Förderproggramme zur Digitalisierung

Förderprogramme zur Digitalisierung: Geld für Software und Beratung

Der digitale Wandel eröffnet kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vielfältige Möglichkeiten, ihre Geschäfts­prozesse zu optimieren und wettbewerbs­fähiger zu gestalten. Gerade im Mittelstand fehlen jedoch häufig die finanziellen Ressourcen für Investitionen – etwa für die An­schaffung moderner ERP-Software. Öffentliche Förder­programme unterstützen KMU dabei, sich zu digitalisieren.

Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft tiefgreifend: Pro­duktions- und Innovationzyklen werden kürzer, bestehende Märkte umgekrempelt und neue geschaffen. Um wettbewerbs­fähig zu bleiben und sich auch künftig Absatzmöglichkeiten zu erschließen, benötigen kleine und mittlere Unternehmen effiziente elektronische Geschäftsprozesse mit Datenvernetzung.

In vielen mittelständischen Betrieben mangelt es jedoch an zukunftsfähigen digitalen Systemen: Das Informations­management beispielsweise wird mithilfe von Aktenordnern bestritten, die Rechnungs­stellung erfolgt papiergebunden, und in Fertigungsunternehmen versucht man, die Produktion mit Tabellenkalkulationsprogrammen zu organisieren.

Dabei haben die meisten Mittelständler Umfragen zufolge längst erkannt, dass elektro­nische Lösungen wie ein Dokumentenmanagement­system (DMS) oder System zur Planung und Steuerung der Produktion (PPS) mit Analyse und Vernetzung der Produktions­daten die Abläufe nachhaltig optimieren. Dass dennoch viele KMU hinsichtlich der Digitalisierung ihrer betrieblichen Prozesse im Rückstand sind, hat praktische Gründe: Vor allem kleinere Betriebe verfügen oftmals nicht über das Geld, um moderne elektronische Systeme anzuschaffen. Zudem haben sie meist keine IT-Abteilung und somit kein entsprechendes Know-how im Haus.

Finanzspritzen für Digitalisierung in KMU

Der deutsche Staat möchte die Finanzierungs- und Beratungslücken in Sachen Digitalisierung schließen. Hierzu gibt es mittlerweile auf Bundes- und Länderebene zahlreiche Förderprogramme, die KMU bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten finanziell unter die Arme greifen. Eine Förderung kann in Form eines Zuschusses oder eines zinsverbilligten Kredits bzw. Darlehens in Kooperation mit Förderbanken erfolgen. Besonders begehrt sind Zuschüsse, weil es sich hierbei um nicht rückzahlbare Zuwendungen handelt – je nach Förderprogramm winken Beträge in bis zu fünfstelliger Höhe. Was konkret gefördert, hängt von den jeweiligen Programmrichtlinien ab und lässt sich nicht pauschal definieren.

Unübersichtliches Förderangebot

Das richtige Förderprogramm für ein Digitalisierungsvorhaben zu finden, ist angesichts der komplexen Förderlandschaft in Deutschland kein leichtes Unterfangen. Auf Bundesebene sind die Möglichkeiten verhältnismäßig überschaubar. Hier gibt es das Förderprogramm go-digital des Bundeswirtschaftsministeriums. Es richtet sich an KMU und Handwerksbetriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern und unter 20 Millionen Euro Bilanzsumme. Der Staat übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen 50 Prozent der Beratungskosten, die im Rahmen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen anfallen. IT-Anschaffungen sind bei go-digital nicht förderfähig.

Auf Länderebene ist das Förderangebot schwerer zu überblicken. Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme, die sich in puncto Schwerpunkt­setzung, Richtlinien und Förderumfang unterscheiden. Bayern und Baden-Württemberg bezuschussen zum Beispiel prinzipiell auch die Anschaffung von vorhabensspezifischer Hard- und Software. Die entsprechenden Förderprogramme heißen Digitalbonus (Bayern) und Digitalisierungsprämie (Baden-Württemberg). In Sachsen gibt es im Rahmen des Förderprogramms E-Business zwar keine Zuwendungen für Hardware, dafür fördert der Freistaat den Erwerb von Software im Rahmen von Projekten zur Einführung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Auch in anderen Bundesländern gibt es Förderangebote. Dort beschränkt sich die Unterstützung allerdings auf Zuschüsse zu den Unternehmensberaterkosten bei Digitalisierungsprojekten oder auf Digitalisierungskredite und Darlehen. Bei manchen Programmen kommen nur bestimmte Branchen oder besonders innovative Unternehmen in den Genuss einer Förderung. Das Unternehmensnetzwerk idt hat auf seiner Website einen Überblick über Förderprogramme der Bundesländer für Digitalisierungsprojekte zusammengestellt.

Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung rechtzeitig prüfen

Fest steht: Es lohnt sich für KMU in jedem Fall, die Fördermöglichkeiten zu prüfen. Gerade in kleineren Betrieben kann ein Zuschuss den Ausschlag für die Einführung einer modernen ERP-Software geben, welche die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Wichtig: Hat ein Projekt zum Zeitpunkt der Antragsstellung bereits begonnen, ist oft keine Förderung mehr möglich. Außerdem sind die jährlichen Fördertöpfe meist schon nach wenigen Wochen leer. Daher gilt es, frühzeitig zu handeln.

Eine gute Recherchemöglichkeit zu Förderprogrammen und Finanzhilfen bietet die Förderdatenbank des Bundes. Auf den Internetseiten der einzelnen Programme sind nähere Informationen und Kontaktadressen abrufbar. Darüber hinaus informieren Behörden wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, aber auch Projektträger und unabhängige Informationsstellen über die Fördermöglichkeiten.

Bildquelle: A_stockphoto/Shutterstock.com

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