Materialbedarf in der Fertigung ermitteln

Den Materialbedarf in der Fertigung schnell ermitteln

Kleine und mittelgroße Produktionsunternehmen ermitteln ihren Materialbedarf oft nach Bauchgefühl und mithilfe einer Stückliste auf Excel-Basis. Das birgt Risiken – die sich durch professionelle Software vermeiden lassen.

Kein Material mehr, Stillstand in der Fertigung, Lieferverzug – solch ein Szenario ist für jedes produzierende Unternehmen ein Albtraum. Um eine reibungslose Produktion zu gewährleisten, geht manche Betriebsleitung daher auf Nummer sicher und hält im Lager mehr Material vor, als notwendig wäre. Doch Überbestände schaffen Probleme an anderer Stelle, denn jede nicht verwendete Schraube bindet unnötigerweise Lagerfläche und Kapital. In Summe kommt da schnell einiges an Kosten zusammen. Der Lagerbestand von Material und Produkten sollte sich daher stets am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Zahlreiche kleine und mittelgroße Produktionsbetriebe haben diesbezüglich jedoch ein Informationsdefizit.

Dreh- und Angelpunkt der Fertigung ist die Stückliste

Insbesondere in produzierenden Unternehmen, die auftragsbezogen fertigen, reicht es nicht aus, den Materialbedarf und die Fertigungsmengen beispielsweise einmal monatlich zu planen. Stattdessen muss der Bedarf auftragsorientiert ermittelt werden. Dabei sind das bereits bestellte Material sowie die aktuellen und reservierten Lagerbestände zu berücksichtigen. Auch Erfahrungswerte und Absatzerwartungen fließen mit ein.

Der Dreh- und Angelpunkt der Bedarfsermittlung ist die Stückliste. Als zentrales Instrument sind in ihr alle Baugruppen, Teile oder Materialien, die zur Herstellung eines Produkts benötigt werden, mengenmäßig aufgelistet.

Darüber hinaus bildet die Stückliste die Struktur und die unterschiedlichen Fertigungsebenen eines Produkts ab. Somit gehören Stücklisteninformationen zu den wichtigsten Datenstrukturen eines Produktionsunternehmens. Sie dokumentieren, aus welchen Bauteilen ein bestimmtes Produkt besteht, und werden benötigt, um den Materialbedarf korrekt zu ermitteln.

Doch ausgerechnet die Stücklistenverwaltung zählt in vielen kleinen und mittelgroßen Produktionsbetrieben zu den Problemfeldern. Häufig sind die eingesetzten Tools – meistens Lösungen auf Basis von Microsoft Excel – nicht imstande, die Struktur mehrstufiger Stücklisten sauber und übersichtlich abzubilden. Infolgedessen verlässt sich mancher Fertigungsleiter bei der Materialbedarfsermittlung eher auf seine Erfahrung als auf die mangelhafte Stücklistenverwaltung.

Software erleichtert die Bedarfsermittlung für die Fertigung

Eine professionelle Fertigungssoftware löst das Problem und erleichtert den Nutzern die Arbeit, indem sie die Verwaltung komplexer Stücklisten erheblich vereinfacht und übersichtlicher gestaltet. Der Nettomaterialbedarf für eine auftragsbezogene Fertigung oder eine Lagerfertigung lässt sich mithilfe der Software über alle Stücklistenebenen gleichzeitig ermitteln. Dadurch spart das Unternehmen Zeit und steigert die Transparenz im Bereich der Materialbeschaffung. Ist die Fertigungssoftware mit dem Warenwirtschaftssystem verknüpft, verbessern sich darüber hinaus die Bestandsführung und die Materialverfügbarkeit. Materialengpässe oder kostentreibende Überbestände gehören damit der Vergangenheit an.

Bildquelle: flywish/Fotolia.com


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